„Wir könnten Boote bauen oder vielleicht mal mit dem Team in einen Klettergarten gehen“. Ja, das können Sie machen. Jederzeit, wenn Ihnen danach ist und wenn Sie glauben, einmal raus aus dem Büro zu wollen. Wenn Sie jedoch Potenziale in Ihrem Team ausbauen möchten, dann sind diese Maßnahmen nur ein „nice to have“. Sie sind allenfalls Ergänzungen und stehen am Ende einer genaueren Analyse der sogenannten Teamfaktoren.

Mit Teamfaktoren die Ursachen ergründen.

Wenn Sie als Führungskraft das Gefühl haben, Ihrem Team fehlt noch etwas auf dem Weg zu einem High-Performance-Team, dann können Sie die möglichen Ursachen durch die dedizierte Betrachtung von sechs Teamfaktoren aufdecken. Wichtig für Sie als Führungskraft: Glauben Sie nicht, zu wissen, was Ihr Team braucht. Fragen Sie besser Ihr Team.

Lassen Sie Ihre Teammitglieder diese nachfolgende Teamfaktoren anonym bewerten. Finden Sie so heraus, an welchen Themenstellungen Sie wirklich im Team arbeiten sollten. So fokussieren Sie sich auf die relevanten Themen. Diskutieren Sie mit Ihrem Team die relevanten Teamfaktoren und erfahren Sie so die Hintergründe. Sofern Sie in dieser Diskussion eine mangelnde Offenheit Ihrer Teammitglieder befürchten, nutzen Sie die Expertise eines externen Moderators, der sich mit diesen Teamfaktoren auskennt.

Teamfaktor Identität

Wie soll Ihr Team optimale Leistung erbringen, wenn dem Team selbst nicht klar ist, für was genau es innerhalb des Unternehmens steht und was konkrete seine Aufgaben sind. Mit einer eindeutigen Identität können Sie notwendige Fähigkeiten aufbauen und ein entsprechendes Verhalten an den Tag legen. Die Identität ist jedoch mehr als ein abgestecktes Aufgabengebiet. Sie beinhaltet auch die Einordnung des eigenen Teams in den Gesamtkontext des Unternehmens und den Stellenwert innerhalb der Wertschöpfungskette. Mit einer definierten Identität vereinfachen Sie häufig auch die Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen. Denn diese können nun auch besser einordnen, wer Sie als Team sind.

Teamfaktor Identifizierung inkl. Kreativität

Eine Identität zu besitzen schafft innere Klarheit. Sich mit dieser Identität zu identifizieren geht einen Schritt weiter. Sie nehmen diese Identität an und leben Sie. Sie richten Fähigkeiten und Verhalten danach aus. Zugleich resultieren aus dem Identifizieren ein Mitdenken, das Entwickeln von Lösungen und die gegenseitige Unterstützung im Team. Mitarbeiter, die sich mit ihrer Aufgabe identifizieren, fordern oder suchen zum Beispiel Weiterbildung oder Freiraum für Kreativität. In der Gruppendynamik spiegelt sich diese Identifizierung darin wider, dass die Teammitglieder auch außerhalb des beruflichen Kontextes den Kontakt suchen und leben.

Teamfaktor Mitarbeiterentwicklung

Etwas zu tun, erfordert die Erlaubnis es tun zu dürfen, den Willen es zu tun, aber letztendlich auch das Können, um es zu tun. Daraus resultiert die Frage, wie gut Ihre Mitarbeiter aktuell qualifiziert sind, um die aufgetragenen Arbeiten zu erfüllen. Natürlich daran anschließend auch, welche Weiterbildungsmaßnahmen ihre Mitarbeiter noch besser befähigen könnten. Achten Sie bei diesem Teamfaktor darauf, das alle Betrachtungen nach dem Prinzip verlaufen: „Frage nicht was Dein Arbeitgeber für Dich tun kann, sondern was Du für Deinen Arbeitsgeber tun kannst“. Auf den einzelnen Mitarbeiter herunter gebrochen bedeutet dies mehr als nur ein firmeninternes Weiterbildungsprogramm: Wie gut bringen die Mitarbeiter ihr Wissen ein? Wie gut arbeiten sie an ihrer Persönlichkeit? Wie interessiert nehmen sie Weiterbildungskonzepte wahr? Und wie sehr suchen sie Herausforderungen in ihrem beruflichen Kontext?

Teamfaktor Kommunikation

„Der Ton macht die Musik“. Dieser Satz gilt aus unserer Praxiserfahrung mehr denn je. Warum? Menschen achten heute mehr auf kommunikative Fauxpas als dies früher der Fall war. Durch Weiterbildung und vielschichtige Diskussionen in den Medien und der Öffentlichkeit hat sich ein neues Kommunikationsbewusstsein herausgebildet. Teammitglieder achten heute mehr darauf, was Sie als Führungskraft sagen und wie Sie es sagen. Eine klare, wertschätzende und transparente Kommunikation stehen ganz oben in den Anforderungen von Seiten der Mitarbeiter: Hier geht es gar nicht so sehr um das Vermeiden von persönlichen Angriffen, sondern um eine positive Sprache und ein spürbares Interesse an der Sichtweise der Mitarbeiter. Mit einheitlichen Kommunikationsregeln und definierten Feedback-Regeln, erleichtern Sie die Kommunikation im Team und mit anderen Stakeholdern. Diese Form der Kommunikation steht für Konstruktives und schafft Vertrauen. Somit bereitet der Teamfaktor „Kommunikation“ das Fundament für eine gelebte Fehlerkultur. Sie stoßen damit einen Prozess an, der weit darüber hinaus geht, dass Ihre Mitarbeiter weniger Angst haben, Fehler zu machen. Sie bereiten damit den Weg für mehr Kreativität, stärken den Innovationsgeist und Ihre Mitarbeiter sind gewillter Risiken einzugehen, weil Sie sich auf die Gruppe verlassen können.  Ein Fehler wird durch das Team korrigiert und nicht ausgenutzt. Diese Effekte gehen sogar noch über das Team hinaus. Die Teammitglieder vertreten auch gegenüber Nicht-Teammitgliedern stärker die Interessen des Teams

Teamfaktor Organisation

Organisation bedeutet einerseits die Aufbauorganisation, andererseits die Ablauforganisation. Ist die Organisation in Ihrem Team und im Zusammenspiel mit anderen internen/externen Teams so gestaltet, dass Informationsfluss und Zuständigkeiten klar definiert sind? Kann jeder Mitarbeiter auf definierte Prozesse, Standards und Methoden zurückgreifen, so dass er ressourcenoptimiert arbeitet? Besitzen die Mitarbeiter genügend Kenntnisse, um sich selbst optimal zu organisieren? Wichtig ist auch, das eigene Tun zu reflektieren? An welchen Stellen gibt es Aspekte, die ein optimales Arbeiten behindern. Bei diesem Teamfaktoren schauen die Mitarbeiter gerne auf das Zusammenspiel mit anderen Abteilungen. Nach dem Motto: „Die sind schuld“. Achten Sie daher darauf, dass Ihre Mitarbeiter sich selbst und die Interaktion im Team ausreichend genug reflektieren.

Teamfaktor Führung

Sofern Sie intern kein Führungskräftefeedback einsetzen. Bietet Ihnen dieser Teamfaktor eine erste Indikation darüber, wie Ihr Team Ihr Führen empfindet. Spürt Ihr Team überhaupt eine Führung? Nehmen Sie sich aus Sicht des Teams genug Zeit für Führung oder setzen Sie darauf, dass alles von alleine läuft? Sind Sie für die Belange des Teams ansprechbar? Wie eng arbeiten Sie mit dem Team zusammen? Schweben Sie über dem Team oder agieren Sie als Einheit? Bleibt dem einzelnen Teammitglied genug Freiraum, um sich selbst zu entwickeln? Und wie empfinden Ihre Mitarbeiter Ihren Führungsstil? Wirklich situativ? Vielleicht halten Sie sich ja für den sympathischen und verständnisvollen Chef. Was ist, wenn Ihre Mitarbeiter Sie jedoch als rechthaberisch einstufen oder vielleicht als zu weich? Der Teamfaktor „Führung“ hat kolossale Auswirkung auf viele der anderen Teamfaktoren. Zugleich ist er ein äußerst sensitiver Faktor aus Sicht der Mitarbeiter. Es geht mehr als nur um Fördern und Fordern. Viele Führungskräfte betrachten die Teamfaktoren ohne den Faktor „Führung“. Die offizielle Begründung heißt meist: „Bei dem Thema öffnen die sich nicht“. Mag sein, aber viele Führungskräfte haben auch Angst vor dem offenen Dialog mit den Mitarbeitern. Wann immer Sie glauben, dieser Teamfaktor sein zu schwierig, nutzen Sie die Expertise externer Moderatoren und lassen Sie diesen Teamfaktor auf keinen Fall aus der Gesamtbetrachtung heraus.

Erfahren sie, wie es um die Faktoren im Team bestellt ist

Sie möchte Ihr Team in den einzelnen Teamfaktoren stärken? Sprechen Sie uns an und nutzen Sie unsere Expertise in diesen Themen. Wir erarbeiten mit Ihnen gemeinsam, welche Maßnahmen in Ihrer konkreten Situation zur Verbesserung beitragen können.

Dr. Frank Przybylski

CEO | Ghost Negotiator | Speaker bei DVAK Deutsche Vertriebs Akademie GmbH
Dr. Frank Przybylski